In der modernen Gesellschaft, deren Mitglieder praktisch gleichermaßen in der realen wie in der virtuellen Welt miteinander interagieren, ist ständig von Internetbetrügern die Rede. Und das ist durchaus nachvollziehbar, denn das weltweite Netz, das sich einerseits als Raum für Selbstverwirklichung präsentiert und anonymen Nutzern Meinungsfreiheit und die Abwesenheit von Zensur garantiert, wird andererseits zu einem Schauplatz für allerlei betrügerische Tricks, Täuschungen und Machenschaften. Derzeit werden die unterschiedlichsten internationalen Konzepte erwogen, die im Bedarfsfall bei der Identifizierung von Straftätern helfen könnten, ohne dabei gegen gesetzestreue Bürger eingesetzt zu werden, doch bislang lässt sich kein einziges Vorhaben als optimal bezeichnen. Aus diesem Grund erinnern wir unsere Leser immer wieder daran, wachsam zu bleiben und über die rechtlichen Folgen ihrer Handlungen nachzudenken.
Unser Mandant Nikita, rumänischer Staatsbürger, der erst seit Kurzem in Deutschland lebt, beschloss als aktiver Mensch, sich auf Arbeitssuche zu begeben. Da seine Deutschkenntnisse bei der Ankunft im Land zu wünschen übrig ließen, setzte Nikita auf den russischsprachigen Bereich und begann, Anzeigen auf verschiedenen Foren zu durchstöbern. Auf einem der beliebtesten Foren der russischsprachigen Bevölkerung Deutschlands entdeckte unser Mandant in der Rubrik „Arbeit" eine Anzeige, wonach ein international tätiges Logistikunternehmen verantwortungsbewusste Mitarbeiter suche. Das Unternehmen hatte gleich mehrere Stellen ausgeschrieben (etwa Spediteur, Fahrer, Postkurier usw.), weshalb Nikita einfach seinen Lebenslauf schickte, in der Hoffnung, wenigstens für irgendeine Position angenommen zu werden. Und er sollte recht behalten. Buchstäblich wenige Tage später erhielt unser Mandant per E-Mail ein Schreiben eines Vertreters des genannten Unternehmens, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass das Unternehmen ihm die Stelle eines Qualitätskontrolleurs für gelieferte Ware anbieten könne. Diese Tätigkeit bestand darin, dass dem Mitarbeiter des Unternehmens Ware per Postkurier an seine Heimatadresse zugestellt wurde, woraufhin er sie fotografieren, die Unversehrtheit der Ware und der Verpackung prüfen und dem Manager einen Bericht mit den entsprechenden Fotografien übermitteln sollte. Der Manager regelte die Warenlieferungen und entschied, in welchen Partien die Ware vom Mitarbeiter an die ihm jeweils mitgeteilte Adresse weiterversandt werden sollte. Nach dem Versand übermittelte der Mitarbeiter dem Manager elektronisch den entsprechenden, bei der Post erhaltenen Beleg. Dabei konnten die unterschiedlichsten Dinge versandt werden, von Bürobedarf bis hin zu Haushaltsgeräten. Für die Bearbeitung jedes Pakets sollte der Mitarbeiter 15 Euro erhalten, sämtliche Versandkosten trug das Unternehmen.
Nikita erschien dieses Angebot verlockend, da er sich künftig parallel eine feste Arbeitsstelle suchen und dabei monatlich ein zusätzliches Einkommen erzielen konnte. Nachdem er mitgeteilt hatte, dass er zur Zusammenarbeit bereit sei, sandte unser Mandant auf Bitten des Mitarbeiters des Arbeitgebers eine Kopie seines Reisepasses, seine Wohnadresse sowie seine Kontaktdaten an die E-Mail-Adresse des Unternehmens. Danach wurden Nikita die Daten des entsprechenden Managers mitgeteilt, der seine Tätigkeit koordinieren sollte.
Nach einiger Zeit erhielt Nikita das erste Paket, in dem ein Sportnahrungsset versandt wurde. Unser Mandant öffnete das Paket genau nach der ihm vom Manager des Unternehmens erteilten Anweisung, prüfte die Unversehrtheit der Ware und der Verpackung, fotografierte es und sandte den Bericht ab. Der Manager teilte mit, dass das genannte Paket vorerst nicht weiterversandt werden müsse, und bat Nikita, es bis zum Eintreffen der nächsten Warenlieferung bei sich aufzubewahren. Doch weder nach einer noch nach zwei Wochen kam ein weiteres Paket. Dies machte unseren Mandanten misstrauisch, und er schrieb dem Manager des Unternehmens erneut, um zu klären, wann mit dem nächsten Paket zu rechnen sei und wohin das erste geschickt werden solle. Der Manager teilte mit, die Verzögerung bei den Paketen hänge damit zusammen, dass sich das Unternehmen derzeit in der Abrechnungsperiode befinde, im nächsten Monat werde die Ware jedoch regelmäßig eintreffen.
Nikita, der zunächst davon ausging, mit einem großen internationalen Unternehmen zusammenzuarbeiten, war sehr erstaunt, im ersten Monat nur ein einziges Paket geprüft zu haben. Aus diesem Grund beschloss er, sich im Internet über dieses Unternehmen und seine Position zu informieren. Über das Unternehmen fand unser Mandant keinerlei Informationen, was ihn ebenfalls nervös machte, doch Licht ins Dunkel brachte ein Artikel unserer Rechtsanwaltskanzlei, der die Leser vor dieser Art von Betrug warnte, die in letzter Zeit sehr verbreitet ist.
Da Nikita erst vor ein paar Monaten nach Deutschland gekommen war, wollte er seine Bekanntschaft mit dem Land keinesfalls als Verdächtiger einer Geldwäsche oder eines Betrugs beginnen, weshalb er beschloss, sich unverzüglich an unsere Rechtsanwaltskanzlei mit der Bitte zu wenden, ihm zu helfen, sich aus der geschickt von Betrügern ausgelegten Falle zu befreien. Gleichzeitig teilte unser Mandant dem Manager, mit dem er einen langen Schriftwechsel geführt hatte, mit, dass er die Zusammenarbeit beende. Der Manager forderte ihn auf, die Ware an die entsprechende Adresse zu schicken, und drohte, die Polizei einzuschalten, doch Nikita weigerte sich, dies zu tun, und teilte ihm mit, dass er nicht beabsichtige, mit Betrügern zusammenzuarbeiten, wobei er dem Manager vorschlug, die Ware persönlich abzuholen. Danach brach der Schriftwechsel unseres Mandanten mit dem vermeintlichen Arbeitgeber ab.
Unser Anwalt hörte sich Nikita aufmerksam an und prüfte den von ihm vorgelegten Schriftwechsel mit dem betrügerischen Unternehmen. Aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung mit solchen Fällen teilte der Anwalt unserem Mandanten mit, dass Nikita glücklicherweise rechtzeitig misstrauisch geworden sei und sich an einen Anwalt gewandt habe, weshalb in diesem Stadium gute Chancen bestünden, sämtliche Verdachtsmomente gegen Nikita auszuräumen. Dabei müsse jedoch bei der Polizei eine entsprechende Anzeige erstattet und die Umstände des Falls erläutert werden. Andernfalls könne aufgrund der Anzeigen der geschädigten Personen ein Strafverfahren wegen der Annahme und Weiterleitung von auf illegalem Weg erlangten Waren durch unseren Mandanten eingeleitet werden, was naturgemäß deutlich schlimmer wäre.
Unser Mandant vertraute der Erfahrung und den Kenntnissen des Anwalts und erklärte sich bereit, die erforderliche Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Wenige Tage später meldete sich Nikita erneut beim Anwalt und teilte mit, dass wieder Pakete an ihn geschickt worden seien, woraufhin der Anwalt dem Mandanten dringend empfahl, die Pakete zurückzuschicken, dabei jedoch Kopien sämtlicher beigefügter Unterlagen anzufertigen, um sie der Polizei vorzulegen.
In der bei der Polizei eingereichten Anzeige schilderte unser Anwalt, im Interesse des Mandanten handelnd, sorgfältig die gesamte Chronologie der Ereignisse und wies darauf hin, dass unser Mandant unter dem Vorwand einer offiziellen Anstellung getäuscht und seine persönlichen Daten auf betrügerische Weise erlangt worden seien, die buchstäblich bis heute weiterhin ohne Nikitas Zustimmung zur Erreichung illegaler Ziele verwendet würden, weshalb unser Mandant beantragte, gegen die unbekannten Personen, die die genannten Straftaten begangen hatten, ein Strafverfahren einzuleiten.
Dieser Anzeige fügte der Anwalt nicht nur den gesamten vorhandenen Schriftwechsel Nikitas mit den vermeintlichen Arbeitgebern bei, sondern auch Fotografien sämtlicher Pakete, die entsprechenden Rechnungen sowie den Schriftwechsel mit den Unternehmen, mit denen im Namen unseres Mandanten Verträge über den Erwerb der jeweiligen Waren geschlossen worden waren, und Ähnliches.
Auf Grundlage der von unserem Anwalt vorgelegten Angaben leitete die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Betrugs gegen unbekannte Personen ein und führte eine entsprechende Ermittlung durch, doch da es nicht gelang, die Identität der Täter festzustellen, wurde das Verfahren eingestellt. Dank der ausführlichen Erläuterungen unseres Anwalts und der aktiven Zusammenarbeit mit der Polizei geriet Nikita dabei nicht unter Verdacht.
Somit veranschaulicht dieses Beispiel, dass nur ein qualifizierter Rechtsanwalt mit umfassender Erfahrung in der Vertretung von Mandanteninteressen in den unterschiedlichsten Fällen und im Umgang mit verschiedenen staatlichen Behörden den richtigen Ansatz und die für Ihren konkreten Fall geeignete Vorgehensweise finden kann, um das gewünschte Ziel zu erreichen.
Dabei möchten wir Sie darauf hinweisen, dass jeder Umstand des Falls und sämtliche möglichen rechtlichen Folgen ausschließlich von einem Rechtsanwalt beurteilt werden sollten, da eine eigenmächtige Meldung bei der Polizei oder Versuche, das Problem auf andere Weise zu lösen, die Situation nur verschlimmern können.
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