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Familienrecht

Vermögensaufteilung bei einer Scheidung in Deutschland: Tricks der Ex-Frauen

Was hebt die Schwerkraft auf? Die Macht der Gewohnheit. Stanisław Jerzy Lec

So schön die Gefühle zu Beginn einer Beziehung auch sein mögen, vor bitteren Kränkungen und einer quälenden Scheidung ist leider niemand gefeit. Alexej (Name geändert) wandte sich gerade in der Phase der Scheidung von seiner Ehefrau an uns. Nach mehreren Jahren Ehe zerstritten sich Alexej und Marina (Name geändert) endgültig und beschlossen, dass es für alle Beteiligten besser sei, die Ehe zu lösen, woraufhin Alexej in eine andere Wohnung umzog.

Nach § 1565 Abs. 2 BGB muss ein Ehepaar für die Scheidung mindestens ein Jahr getrennt gelebt haben. Nach Einleitung des Scheidungsverfahrens brach Marina den persönlichen Kontakt zu Alexej ab; sämtliche Forderungen Marinas — bis hin zur Aufforderung, ihre Sachen fristgerecht aus der Wohnung zu holen — wurden unserem Mandanten über ihren Anwalt übermittelt. Gegen Ende der gesetzlich vorgeschriebenen Trennungszeit verlangte Marinas Anwalt von Alexej die Vorlage von Einkommensnachweisen, um ihm die mit dem Scheidungsverfahren verbundenen Prozesskosten aufzuerlegen. Zudem verlangte die Ehefrau unseres Mandanten, dass er ihr die Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf eines während der Ehe aus gemeinsamen Mitteln der Eheleute erworbenen Autos auf ihr Bankkonto überweise. Sämtliche von Alexej vorgebrachten Einwände wurden vom Anwalt seiner Ehefrau nicht berücksichtigt. Genau das brachte Alexej zu unserer Anwaltskanzlei.

Wichtig bei einer Scheidung

Nach § 1565 Abs. 2 BGB muss ein Ehepaar für die Scheidung mindestens ein Jahr getrennt gelebt haben.

Alexej teilte unserem Anwalt mit, dass er erst vor wenigen Jahren nach Deutschland gekommen sei, lange Zeit Deutsch gelernt und anschließend eine Berufsausbildung begonnen habe; seit der Eheschließung bis heute sei er daher nicht erwerbstätig, sondern von staatlichen Leistungen abhängig, und verfüge folglich nicht über ausreichende Mittel zur Finanzierung eines Gerichtsverfahrens. Zudem sei das Auto nach den Worten unseres Mandanten kurz nach der Eheschließung ausschließlich aus seinen eigenen Ersparnissen erworben und bereits vor der Entscheidung zur Scheidung verkauft worden.

Da der Kaufvertrag für das Auto verloren gegangen war, wandte sich unser Anwalt an den Verkäufer und forderte die erforderliche Kopie des Vertrags an. Anschließend wurde dem Anwalt von Alexejs Ehefrau ein offizielles Schreiben übermittelt, in dem die Position unseres Mandanten zu den von Marina erhobenen Forderungen dargelegt wurde. Der Anwalt betonte, dass das Auto nicht nur erworben, sondern auch während der Ehe verkauft worden sei, und dass der Verkaufserlös von beiden Ehegatten für den gemeinsamen Haushalt verwendet worden sei. Das Scheidungsverfahren wurde offiziell im September 2014 eingeleitet, der Verkauf des Autos habe jedoch bereits im Februar 2014 stattgefunden, was durch die Person bestätigt werden könne, die das Auto von unserem Mandanten gekauft hatte.

Alexejs Ehefrau wollte sich mit diesen Argumenten nicht abfinden, weshalb ihr Anwalt weiterhin die Zahlung der Hälfte des Verkaufserlöses forderte. Unser Anwalt vertrat jedoch geduldig und mit fundierten Argumenten Alexejs Standpunkt.

Daraufhin wählte Marina eine aggressive Taktik und erstattete bei der Polizei Anzeige mit der Behauptung, das Auto sei von ihrem Mann gestohlen und ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung verkauft worden. Alexej war, als er davon erfuhr, sehr aufgebracht, da dies völlig unwahr war, doch unser Anwalt beruhigte ihn und empfahl, alle Fragen gütlich zu klären, um Zeit und Geld zu sparen.

Mit Zustimmung unseres Mandanten wurde Marina ein Schreiben zugesandt, in dem Alexejs Absicht mitgeteilt wurde, die entstandene Situation schnellstmöglich zu bereinigen, auch wenn er bei seinem Standpunkt bleibe. Unser Mandant bot Marina dabei an, ihr einen bestimmten Geldbetrag zu zahlen, im Gegenzug dafür, dass sie ihre unbegründete Strafanzeige zurückzieht und die Frage der Beteiligung am Verkaufserlös als erledigt betrachtet. Dieser Vorschlag interessierte Marina, sodass die Parteien einen Vergleich unterzeichneten und das Ermittlungsverfahren gegen unseren Mandanten eingestellt wurde. Damit konnte Alexej endlich offiziell einen Schlussstrich unter die Beziehung zu seiner früheren Ehefrau ziehen und den Ärger eines Strafverfahrens vermeiden.

Dieses Beispiel aus der Praxis unserer Anwaltskanzlei zeigt, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig an einen erfahrenen Juristen zu wenden — insbesondere in Familiensachen, in denen persönliche Kränkungen eine nüchterne Einschätzung der Situation und das Finden eines Auswegs erschweren können. Die Gegenseite kann zur Durchsetzung ihrer Ziele zu verschiedenen Tricks greifen, die mitunter unehrlich und unlauter sind; ein professioneller Anwalt kennt jedoch die möglichen Verhaltenstaktiken und Kniffe der Parteien und hilft Ihnen, nicht in die ausgelegten Fallen zu geraten.

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